Blaukraut, Rotkohl, Rotkraut – egal wie Du es nennst, dieses klassische Gemüse gehört einfach zur bodenständigen Küche wie ein saftiger Braten oder ein vollmundiger Rotwein. Wenn Du Dir schon immer gewünscht hast, Blaukraut wie im Wirtshaus auf den Tisch zu bringen, dann bist Du hier genau richtig. In traditionellen Gasthäusern wird Rotkohl noch mit Geduld, guten Zutaten und viel Herz zubereitet. Genau dieser Geschmack steckt auch in der Version, die Du hier nachkochen kannst: fruchtig, leicht süßlich, harmonisch gewürzt und wunderbar weich geschmort.
Warum selbstgemachtes Blaukraut so besonders schmeckt
Vielleicht kennst Du diesen Moment: Du sitzt im Gasthaus, bestellst einen Braten – und dann kommt diese himmlische Beilage. Dunkelrot, glänzend, weich und würzig. Genau dieses Aroma lebt von zwei Dingen: Zeit und Zutaten. Ein gutes Blaukraut ist kein Schnellgericht. Es möchte sanft schmoren, Geschmack aufnehmen und durchziehen. Gleichzeitig entscheidet die richtige Kombination aus Apfel, Rotwein, Essig, Preiselbeeren und Gewürzen darüber, ob Dein Kraut langweilig oder eben unvergesslich wird.
Was viele unterschätzen: Blaukraut braucht Säure, um seine satte Farbe zu behalten und geschmacklich zu strahlen. Darum gehören Zutaten wie Balsamico oder ein guter Essig unbedingt hinein. Auch Äpfel und Preiselbeeren sind echte Klassiker – sie liefern die fruchtige Süße, die dem Kraut Tiefe und Harmonie schenkt.
Der typische Geschmack: so entsteht er
Für Blaukraut wie im Wirtshaus spielt das Zusammenspiel der Zutaten eine große Rolle. Du startest mit Schmalz – entweder Schweine- oder Gänseschmalz. Beide Varianten geben dem Kraut ein kräftiges Aroma und sorgen für den entsprechenden Glanz des Schmorgerichts. Das kurze Anschwitzen bildet die Basis für die späteren Röstaromen.
Beim Rotkohl selbst kommt es auf die Vorbereitung an: feine Streifen, gleichmäßige Stücke und ausreichend Zeit im Topf. Durch das langsame Dünsten fällt der Kohl zusammen und wird wunderbar weich. Sobald Rotwein und Balsamico ins Spiel kommen, beginnt die Magie. Der Wein sorgt nicht nur für Geschmack, sondern auch für die typische dunkle, satte Farbe.
Mit den Apfelstücken bringst Du eine frische, natürliche Süße hinein. Preiselbeeren verstärken das fruchtige Profil und gehören für mich praktisch immer dazu. Eine Zimtstange rundet den Duft ab und macht das Kraut besonders festlich – perfekt zu Wild, Gans, Ente oder Braten aller Art.
Ein echtes Highlight für authentisches Wirtshaus-Blaukraut ist das Wildgewürz. Viele verbinden es nur mit Wildgerichten, doch in Rotkohl sorgt es für den würzig-waldigen Charakter, den Du aus Gasthäusern kennst. Typisch enthalten sind Wacholder, Pfeffer, Piment, Lorbeer und manchmal sogar etwas Koriander.
All diese Noten bringen Tiefe ins Gericht, ohne zu dominant zu sein. Du schmeckst nicht eine einzelne Zutat heraus – die Mischung ergibt das Aroma, das man für ein typisches Blaukraut kennt.
Warum Schmoren unverzichtbar ist
Der wichtigste Schritt ist das Schmoren. Eine Stunde erscheint lang, aber genau diese Zeit braucht Dein Blaukraut, um vollständig weich zu werden und die Aromen zu verbinden. Je länger das Kraut köchelt, desto schöner verschmelzen Säure, Frucht, Gewürze und natürliche die Süße des Kohls. Das Ergebnis ist ein samtiges, fast schon cremiges Gemüse, das perfekt zu herbstlichen und winterlichen Gerichten passt.
Ein kleiner Tipp: Wenn Du das Kraut schon am Vortag zubereitest, schmeckt es am nächsten Tag sogar noch besser.
Zu welchen Gerichten passt Blaukraut wie im Wirtshaus?
Dieses Rotkohlrezept ist der perfekte Begleiter für:
- Gänse- oder Entenbraten
- Reh- oder Hirschbraten
- Rinderrouladen
- Gulasch
- fränkischer Sauerbraten
- herzhafte Schmorgerichte aller Art.
Ich wünsche dir viel Erfolg beim Nachkochen und einen guten Appetit!

Zutaten
- 2 EL Schmalz Schweine- oder Gänseschmalz
- 1 Rotkohl
- 2 Zwiebeln
- 500 ml Rotwein
- 50 ml Balsamico
- 2 Äpfel säuerlich
- 2 EL Wildgewürz
- Salz
- 3 EL Preiselbeeren aus dem Glas
- 1 Stange Zimt
Anleitungen
- Im ersten Schritt die äußeren Blätter vom Rotkohl entfernen, dann den Kohl mit einem großen und stabilen Messer in kleine Portionen schneiden.

- Die Krautstücke anschließend in ca. 2-5 mm breite Streifen herunterschneiden. Du kannst die Stücke auch hobeln oder du lässt dir von einer Küchenmaschine helfen. Die Äpfel schälen und das Kerngehäuse entfernen. Die Äpfel in kleine Stücke schneiden.

- Die Zwiebel schälen und in grobe Würfel schneiden. In einem großen Schmortopf das Schmalz erhitzen und die Zwiebeln ganz kurz darin anschwitzen. Das Blaukraut hinzugeben und unter gelegentlichem wenden dünsten. Falls nicht das komplette Gemüse in den Topf passt, kurz warten und den Rest nach und nach dazu geben. Das Kraut verliert durch das Andünsten an Volumen.

- Das Gemüse mit dem Rotwein ablöschen und kurz aufkochen lassen. Den Balsamico hinzugeben. Die Apfelstücke hinzugeben und anschließend das Blaukraut mit dem Wildgewürz und Salz würzen.

- Die Preiselbeeren hineinrühren und eine Stange Zimt dazu geben. Den Topf mit dem Deckel verschließen und alles bei mittlerer Hitze 1 Stunde schmoren lassen, bis das Blaukraut weich ist. Gelegentlich umrühren und die verdampfte Flüssigkeit ggf. mit Wasser auffüllen.

